Mein Einstieg ins Fitness-Abenteuer
Doris Wild, Fotografin
Ich bin fünf Minuten zu spät dran und das gleich am ersten Trainingstag. Ich habe zu lange überlegt, welches Shirt zu meiner Trainingshose passen könnte. Zumindest der erste Eindruck sollte sportlich sein. Mein Puls ist auf 100 noch bevor ich mit dem Training begonnen habe. Unsicherheit kriecht in mir hoch. Will ich das wirklich? Noch bevor ich flüchten kann, hat mich Annelies an der Rezeption entdeckt und lässt mich beim Drehkreuz rein. Sie scheint mit mir mitzufühlen und erklärt mir alles geduldig. Nach dem Umziehen melde ich mich wieder an der Rezeption.
Da steht er schon und wartet auf mich. Trainer Christian. Wow. Geiler Body, soviel sieht man auch trotz des Kurzarmshirts. Im ersten Moment starre ich nur auf seine Oberarme und registriere erst Sekundenbruchteile später: Er spricht mit mir. Hast du schon mal trainiert? Ich bin verwirrt. Als ob das jetzt wichtig wäre. Im Moment interessiert mich eigentlich nur, wie Christians Body ohne Shirt aussieht. Nein, ich bin zum ersten Mal da. Brav beantworte ich seine Fragen. Er will wissen, was mein Trainingsziel ist. Der perfekte Körper natürlich. Figurstyling, Problemzonenstyling. Dass ich keine Problemzonen hätte, bemerkt er charmant. Ob er das zu jeder sagt?
Nach dem kurzen Frage-Antwort Spiel geht es in den Gerätepark. Zuerst ist Aufwärmen angesagt. Ich kann zwischen fünf Geräten wählen und bevor ich in Panik gerate, erklärt er mir, dass der Körper nur auf Temperatur gebracht werden soll. Danach will er mir einen Trainingsplan für den ganzen Körper zusammenstellen. Brust, Schultern, Beine und Bauch sollen an fünf Geräten trainiert werden.
Das erste Gerät trainiert die Adduktoren. Christian zeigt mir vor, wie es geht. 15-20 Kilo wären bei mir o.k., meint er. Wichtig wäre auch, bei der Anstrengung auszuatmen.
Puh, jetzt wird es zuviel. Merke ich mir das alles? Ich will es jetzt ausprobieren. Handtuch am Sitz legen, Hebel nach vorne, Beingrätsche einstellen und los. Geht ja ganz easy. Beim ersten Mal. Beim zehnten Mal beginnt es in den Muskeln meiner Oberschenkel zu ziehen. Noch fünfmal. Bei jedem Mal spüre ich den Oberschenkel mehr. Anstrengend. Gut, dass wir nicht mehr Kilo draufgepackt haben. Christian zeigt mir weitere Geräte, gibt mir ein paar Tipps, wie man die Hände perfekt hält, korrigiert meine Sitzposition und garantiert so den perfekten Trainingseffekt. Vergiss nicht, dazwischen zu trinken, ermahnt er mich. Endlich kommen wir zum Problemzonentraining. Da steigt die Motivation. Abdominal Crunch. Ich versteh mal wieder nur Bahnhof, aber daran habe ich mich gewöhnt. Beugen. Hände flach anlegen, Blick nach vorne. Beim Fenster hinaussehen oder Christian in die Augen sehen. Die Entscheidung fällt leicht. 2x 20 Wiederholungen. Ist ein bisserl viel, aber was tut man nicht alles für die Figur.
Nach ein paar Wochen will er den Fortschritt überprüfen. Das heißt dann wohl, dass ich wiederkommen muss. Ihm zuliebe sicher.
